Die kunsthistorische Einordnung der Strahlenmadonna

Die Strahlenmadonna in der Pfarrkirche ist eine barocke Darstellung Mariens, der Mutter Jesu, aus dem 17. Jahrhundert. Wie ist die Figur genau zu beschreiben? Welche Details sind zu sehen? Wie wird die Figur kunsthistorisch eingeordnet?

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Die kunsthistorische Einordnung der Strahlenmadonna

Die barocke Strahlenmadonna stammt aus dem Jahre 1690, ist 1,50 m hoch und hängt zentral schwebend über dem Mittelgang der Kirche. Als Madonna werden Einzeldarstellungen Mariens, der Mutter Jesu, mit ihrem Kind bezeichnet.

Die Marienfigur steht auf einer kleinen, blauen Wolke und ist mit goldenen Strahlen umrandet. Die Strahlen können als ein Hinweis auf die Himmelfahrt Mariens gedeutet werden. Menschen christlichen Glaubens glauben daran, dass Jesus ohne Sünde geboren wurde und daher auch Maria sündenfrei ist. Deshalb wurden ihr Leib und ihre Seele nach ihrem Tod von Engeln in den Himmel emporgehoben. Die Marienfigur trägt eine Krone und ein weißes, mit goldenen Rändern geschmücktes Untergewand, über dem ein hellblauer Mantel mit goldener Borte hängt. Die Krone deutet auf Marias Titel der Weltkönigin hin. In der rechten Hand hält sie einen goldenen Lilienstab als Zepter: Die Lilienblume steht hier als Symbol für Marias Reinheit und Jungfräulichkeit. In der linken Hand trägt Maria das Jesuskind. Der kleine Jesus hält in seiner linken Hand den Reichsapfel, eine kreuztragende Weltkugel, die die Herrschaft Christi über die Welt symbolisiert. Die Formen der Marienskulptur, wie die aufwendig gefaltete Kleidung, entsprechen dem Stil des Barocks.

Die Strahlenmadonna ist eine Doppelfigur, das heißt zwei identische Figuren sind am Rücken aneinander befestigt, damit sie von beiden Seiten zu erkennen sind. Die Darstellung der Strahlenmadonna als Doppelfigur erklärt die Inszenierung des Kunstwerkes im Mittelgang. Sie ist sowohl aus der Perspektive des Chorraumes als auch aus der Perspektive des Westportals erkennbar. Bei genauerer Betrachtung hingegen kann unter anderem an den Gesichtszügen Mariens erkannt werden, dass die Figuren nicht genau übereinstimmen. So wirkt der Gesichtsausdruck Mariens auf der einen Seite wesentlich strenger als der auf der anderen Seite, wo er eher lieblich erscheint.

Mithilfe der lateinischen Inschrift, die sich in der Wolkenmitte befindet, sowie aus Erzählungen der Gemeinde kann die Stiftung der Strahlenmadonna eindeutig bestimmt werden. Die lateinische Inschrift „Agnes Kosters vidua Antony Torlinsen dedit Anno 1690“ bedeutet „Agnes Kosters, die Witwe von Anton Torlinsen stiftete im Jahre 1690“. Sie identifiziert die Witwe Agnes Kosters-Torlinsen als Stifterin. Sie soll an der Nordostecke der Kirche in einem erst 2010 abgerissenen, kleinen Fachwerkhaus gewohnt haben, das damals als Küsterhaus diente. Agnes habe sich 1690 in der Davert verirrt und solle in ihrer Angst gelobt haben, der Pfarrkirche ein Marienbildnis zu schenken, falls sie den Weg zurück ins Dorf fände.

Literatur

Schütte, Reinhard, Ascheberg. St. Lambertus, München/Zürich 1991, S.14-15.

Müller, Helmut, Ascheberg. Geschichte eines münsterländischen Ortes von den Anfängen bis zur kommunalen Neuordnung 1975, Münster 1978, S.223.

Fillitz, Hermann, Art. Reichsinsignien und Reichskleinodien. II. Symbolisches und Ikonographisches, in: LCI Bd.3 (1971), Sp. 531-533.

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